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<title>Verbundeffekt</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Verbundeffekt</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Unter dem <b>Verbundeffekt</b> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic"><i>economies of scope</i></span>; auch <b>Verbundvorteil</b> oder <b>Verbundertrag</b>) wird in der <a href="Betriebswirtschaftslehre" title="Betriebswirtschaftslehre">Betriebswirtschaftslehre</a> die qualitative Auswirkung einzelner gleichzeitig auf mehrere <a href="Produkt_(Wirtschaft)" title="Produkt (Wirtschaft)">Produkte</a> bezogener Aktivitäten auf die
<a href="Kostenfunktion_(Wirtschaft)" title="Kostenfunktion (Wirtschaft)">Kostenfunktionen</a> von <a href="Marktteilnehmer" title="Marktteilnehmer">Marktteilnehmern</a> verstanden.
Dies bedeutet beispielsweise, dass trotz zunehmender Produktvielfalt durch einen Verbundeffekt <a href="Synergie" title="Synergie">Synergien</a> und <a href="Kostenvorteil" title="Kostenvorteil">Kostenvorteile</a> realisiert werden können. Benannt ist der Effekt nach einem <a href="Verbund_(Kooperation)" title="Verbund (Kooperation)">Unternehmensverbund</a>, bei dem der Effekt durch die Kooperation mehrerer selbständig bleibender Unternehmen auftritt. Verbundeffekte können auch als effizientere <a href="Produktion" title="Produktion">Produktion</a> durch gemeinsame Produktion verschiedener Produkte und die Mehrfachnutzung von <a href="Ressourcen" class="mw-redirect" title="Ressourcen">Ressourcen</a> umschrieben werden.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>Economies of scope</i> liegen dann vor, wenn zwei oder mehr Produkte gemeinsam zu niedrigeren Kosten produziert werden können als getrennt voneinander.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Begriff umfasst auch Effizienzvorteile durch die Erhöhung der <a href="Produktvielfalt" class="mw-redirect" title="Produktvielfalt">Leistungsbreite</a> oder <a href="Fertigungstiefe" title="Fertigungstiefe">Fertigungstiefe</a>.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>An einem praktischen Beispiel lässt sich der Verbundeffekt wie folgt erklären: Produziert ein Unternehmen Butter, hat es vermutlich einen <a href="Kostenvorteil" title="Kostenvorteil">Kostenvorteil</a> bei der Produktion von fettarmer Milch. Der Verbundeffekt kann mithin bereits bei der <a href="Kuppelproduktion" title="Kuppelproduktion">Kuppelproduktion</a> auftreten.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Arten">Arten</h2></div>
<p>Man unterscheidet zwei Arten von Verbundeffekten, den Bündelungseffekt und Verkettungseffekt, die jeweils von sachlicher, räumlicher oder zeitlicher Natur sein können.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bündelungseffekt"><span id="B.C3.BCndelungseffekt"></span>Bündelungseffekt</h3></div>
<p>Von <i>Bündelungseffekt</i> spricht man, wenn eine horizontale Bündelung der Produktsegmente erfolgt. Dies entspricht also einer Erhöhung der Leistungsbreite. Hierbei lässt sich unterscheiden zwischen:
</p>
<dl><dt>Sachlicher</dt>
<dd>Bündelungseffekt: Bündelung ist durch sachliche Eigenschaften von Aktivitäten vorteilhaft. Dies ist beispielsweise bei der <a href="Kuppelproduktion" title="Kuppelproduktion">Kuppelproduktion</a> der Fall. Hier können eigentlich ungewünschte Nebenprodukte als <a href="Endprodukt" title="Endprodukt">Endprodukte</a> in einem anderen Produktionsprozess Verwendung finden. Andere Beispiele sind eine verbesserte Maschinenauslastung durch zusätzliche Produktion von anderen Produkten auf derselben Maschine oder eine Fixkostendegression in der Forschung bei Produkten mit verwandter Technologie. Auch in Zeitungs- und Zeitschriftenunternehmen können Bündelungseffekte auftreten, wenn einmal erstellte oder bezahlte Artikel für mehrere, getrennt voneinander produzierte Titel verwendet werden.</dd>
<dt>Räumlicher</dt>
<dd>Bündelungseffekt: Bündelung ist durch räumliche Nähe von Aktivitäten vorteilhaft. Dies ist beispielsweise bei Call-Centern der Fall, die eine Telefonhotline für verschiedene Unternehmen anbieten. Ein weiteres Beispiel kann die gemeinsame Nutzung von Strom- und Telefonleitungen sein oder die gemeinsame Beförderung von Passagieren und Frachtgut.<br>Um diese verschiedenen Arten räumlicher Bündelungseffekte zu unterscheiden, lässt sich ein Schema erstellen, nach dem diese zum einen nach ihrer Mobilität und andererseits nach ihrer Nähe zum Kunden charakterisiert werden. So ist das Call-Center stationär und kundenfern, die gemeinsam genutzte Leitung ebenfalls stationär aber kundennah und die gemeinsame Beförderung erfolgt mobil und ebenfalls kundennah.</dd>
<dt>Zeitlicher</dt>
<dd>Bündelungseffekt: Bündelung ist durch gleichzeitige Durchführung von Aktivitäten vorteilhaft. Dies liegt beispielsweise beim Mobiltelefonkauf inkl. Mobilfunkvertrag vor. Hier werden gleichzeitig zwei Produkte verkauft und somit Vertriebskosten eingespart.</dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verkettungseffekt">Verkettungseffekt</h3></div>
<p>Von <i>Verkettungseffekt</i> spricht man, wenn eine vertikale Verkettung von Wertschöpfungsstufen erfolgt. Dies entspricht also einer Erhöhung der Fertigungstiefe. Hierbei lässt sich analog unterscheiden zwischen <i>sachlichem</i>, <i>räumlichem</i> und <i>zeitlichem</i> Verkettungseffekt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Voraussetzungen_für_Verbundeffekte"><span id="Voraussetzungen_f.C3.BCr_Verbundeffekte"></span>Voraussetzungen für Verbundeffekte</h2></div>
<p>Zur Produktion der einzelnen Produkte können gemeinsame Ressourcen (Fertigungsanlagen, Technologien, Vertriebskanäle, Forschungsabteilungen usw.) verwendet werden. Wenn in der Folge die <a href="Gesamtkosten" title="Gesamtkosten">Gesamtkosten</a> der Produktion eines Produktprogramms (d.&nbsp;h. Produktsortiments) niedriger ausfallen als die Summe der <a href="Produktionskosten" class="mw-redirect" title="Produktionskosten">Produktionskosten</a> der einzelnen Produkte bei getrennter Herstellung, bezeichnet man dies als positiven Verbundeffekt. Dies kann vor allem durch nicht beliebig teilbare Inputfaktoren (vor allem in Bezug auf öffentliche Güter/Ressourcen, wie Patente) zurückzuführen sein. Verbundeffekte und daraus entstehende <a href="Synergie" title="Synergie">Synergien</a> werden oft als Grund für Unternehmenszusammenschlüsse genannt, sie sind aber in vielen Fällen, wenn überhaupt, nur bedingt existent.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Risiken">Risiken</h2></div>
<p>Den Möglichkeiten der Erzielung von Kostenersparnissen steht die Gefahr von <i>Verbundnachteilen</i> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">englisch</a></span> <span lang="en-Latn" style="font-style:italic">diseconomies of Scope</span>), beispielsweise aufgrund möglicher steigender <a href="Transaktionskosten" title="Transaktionskosten">Transaktionskosten</a> von <a href="Gro%C3%9Funternehmen" title="Großunternehmen">Großunternehmen</a>, gegenüber.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Dichtevorteil" title="Dichtevorteil">Dichtevorteil</a></li>
<li><a href="Skaleneffekt" title="Skaleneffekt">Skaleneffekt</a></li>
<li><a href="Subadditivit%C3%A4t" title="Subadditivität">Subadditivität</a></li>
<li><a href="Ecology_of_Scale" title="Ecology of Scale">Ecology of Scale</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Bernd W. Wirtz: <cite style="font-style:italic">Medien- und Internetmanagement</cite>. 6. Auflage. Wiesbaden 2009.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Verbundeffekt&amp;rft.au=Bernd+W.+Wirtz&amp;rft.btitle=Medien-+und+Internetmanagement&amp;rft.date=2009&amp;rft.edition=6.&amp;rft.genre=book&amp;rft.place=Wiesbaden" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Anton Frantzke, <i>Grundlagen der Volkswirtschaftslehre. Mikroökonomische Theorie und Aufgaben des Staates in der Marktwirtschaft</i>, Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 1999, S. 356</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Cary L. Cooper/Chris Argyris (Hrsg.), <i>The Concise Blackwell Encyclopedia of Management</i>, Blackwell, 1998, S. 188</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Hans-Dietrich Haasis, <i>Produktions- und Logistikmanagement. Planung und Gestaltung von Wertschöpfungsprozessen</i>, Gabler, 2008, S. 93</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Hagen Lindstädt/Richard Hauser, <i>Strategische Wirkungsbereiche des Unternehmens</i>, Gabler, 2004, S. 41 ff.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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